FIFA-Skandal: Beckenbauer-Verfahren wird wohl verjähren

Justiz isoliert das Verfahren gegen Beckenbauer

– 22. Juli 2019 –

Die Schweizer Bundesanwaltschaft will das laufende Strafverfahren gegen Franz Beckenbauer im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2006 „gemäß verschiedener ärztlicher Atteste“ abgetrennt werden, weil der 73-Jährige „gesundheitlich derart angeschlagen“ sei, „dass er weder einvernahme- noch verhandlungsfähig ist“.

Die Bundesanwaltschaft habe im Juli 2019 den beteiligten Parteien ihre Absicht mitgeteilt, das Verfahren gegen Beckenbauer separat weiterzuführen, teilte die Behörde der dpa mit. Sie bestätigte damit in Teilen einen Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“. 

Aus der Öffentlichkeit hatte sich Beckenbauer zuletzt fast vollständig zurückgezogen. Jüngst sprach er über seinen Augeninfarkt. "Ich sehe auf dem rechten Auge wenig bis nichts", sagte er der Bild-Zeitung.

Die Bundesanwaltschaft hatte im November 2015 ein Strafverfahren gegen den früheren WM-Organisationschef Beckenbauer, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB) Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den Ex-DFB-Generalsekretär Horst Schmidt eröffnet. Dieses wird wegen des Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäsche sowie der Veruntreuung geführt.

Als gesichert gilt, dass Franz Beckenbauer, damals OK-Präsident, im Vorfeld der entscheidenden Abstimmung zehn Millionen Franken nach Katar überwies. In verschiedenen Tranchen floss das Geld über eine Anwaltskanzlei im Kanton Obwalden ins Firmenimperium von Mohamed bin Hammam. Als Vizepräsident der Fifa hatte bin Hammam damals grossen Einfluss auf die Mitglieder des Wahlgremiums.

 

Quelle: ~ https://sport.orf.at/stories/3051327

Foto: GEPA pictures/Hans Simonlehner