Dass Michael Köllner unter die Autoren gegangen ist, ist nichts Neues. Mit „Spielfähigkeit im Fußball“ (2009) und „Dein Weg zum Fußballprofi“ (2016) hat er bereits zwei Fachbücher veröffentlicht. Ab dem 14. September 2020 ist mit „Führen, coachen & managen im Fußball“ auch noch ein Handbuch für Trainer und Vereinsverantwortliche auf dem Markt, das aus seiner Feder stammt. Es soll Ratgeber, Leitfaden und Inspiration sein. Am 30. September 2020 ist der Cheftrainer der TSV 1860 München beim FUSSBALL KONGRESS Deutschland in Regensburg zu Gast. Wir haben mit ihm im Vorhinein gesprochen. 

Michael Köllner, wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrem dritten Buch?

Ein Buch entsteht immer aus unterschiedlichen Beweggründen heraus. Zum einen geht es darum, Wissen zu teilen. Früher als junger Trainer wäre ich froh gewesen, wenn ich auf einen solchen Ratgeber hätte zurückgreifen können. Und auch heute lese ich noch sehr viel, informiere mich sehr gerne, greife auch Bücher, Zeitschriften und durchaus auch auf Videos zurück und hole mir auch auf diesem Wege Input von Trainerkollegen und Fachleuten aus anderen Bereichen.

Daher hoffe ich, den einen oder anderen Trainer inspirieren zu können, ihm was an die Hand zu geben für die tägliche Arbeit – vor allem auch für die Kollegen aus Vereinen, die nicht die Struktur eines Profiklubs haben, sondern sich im Jugend- und Amateurbereich bewegen. Aber auch Kollegen, die im Profifußball tätig sind, finden vielleicht die eine oder andere Anregung. Zum anderen ist ein solches Projekt für mich immer eine extreme Selbstreflexion. Im Zuge dessen hinterfrage und überarbeite ich sämtliche Prozesse, stelle das Hintergrundwissen hinter der täglichen Arbeit auf den Prüfstand und beleuchte natürlich auch das ganze theoretische Drumherum.

Welche Inhalte behandeln Sie?

Es geht um alles, was mit dem Trainerberuf und einer Führungsposition in einem Fußballverein zusammenhängt: das komplexe Gebiet Führungsverhalten, Konzepte für das Training, individuelle Förderung, besondere Schwerpunkte und das Coaching. Aber natürlich geht es auch um das Spiel. Jeder Trainer braucht eine Spielphilosophie, die er entwickelt und stetig vertieft. Das Buch liefert Anregungen, wie dies gelingen kann und beinhaltet darüber hinaus noch eine komplette Konzeption für den Kleinfeldbereich in allen Alters- und Leistungsstufen. Es setzt sich mit der Bedeutung von Erfolg auseinander, beschäftigt sich aber auch mit den Bereichen Kommunikation, Dokumentation, Videoanalyse und Medizin. Es ist sehr praxisorientiert und soll Trainern vor allem das Handwerkszeug geben, sich selbst weiterzuentwickeln und ihren Weg zu gehen.

Wodurch gelingt Ihnen auch bei den eher theoretischen Themen der Transfer zur Praxis?

Vor einem jeden Kapitel gibt es ein Kurzinterview mit mir, in dem ein Praxisbezug hergestellt wird. Natürlich gibt es zum Teil auch einen persönlichen Bezug zu meinem Werdegang. Es ist jedoch bewusst kein rein biographischer Exkurs, denn dieser Ratgeber ist ja keine Biographie. Er ist ein Leitfaden für die Arbeit. Daher haben diese Kapiteleinstiege immer einen sehr konkreten Bezug zu den jeweiligen darauffolgenden Themen.

An wen richtet sich das Buch?

An alle, die in Vereinen arbeiten. Das können Mitarbeiter sein, Verantwortliche, Trainer, Co-Trainer, Betreuer. Da ist das Level der Mannschaft im Grunde völlig egal. Die Kleinfeldkonzeption zum Beispiel richtet sich an jede Alters- und Leistungsstufe. Daher möchte ich das nicht einschränken. Auch darüber hinaus richtet sich das Buch natürlich auch an alle Menschen, die generell fußballinteressiert sind. Es ist immer spannend, hinter die Kulissen des Fußballs zu blicken und zu verstehen, was ein Trainer eigentlich macht, womit er sich Tag für Tag auseinandersetzt.

Über welches Feedback würden Sie sich am meisten freuen?

Das kann unterschiedlich aussehen. Vielleicht fühlt sich ein Trainer in seiner Arbeit bestätigt, weil er bestimmte Dinge ähnlich umsetzt. Oder das Buch hat neuen Input geliefert. Es könnte vielleicht sogar dazu anregen, mal etwas nicht Normkonformes zu machen und in eine komplett neue Richtung zu denken. Das sind für mich die drei Punkte, über die ich mich freuen würde.